Japan Reisen Infos

Donnerstag, 26. Januar 2017

27. Jan - Youtube Channel

Lately I'm making some Youtube Videos. 
If you want to know more, take a look at my channel: 
▀▄▀▄▀▄ ABOUT ME ▀▄▀▄▀▄

My name is Morgain and I am originally from Germany as you can hear, if you watch my videos. Because I live in Japan, I want to make my videos in English or sometimes Japanese. I came to Japan as an exchange student and now I am living here. I'm excited as to what I will discover from now on, because Japan has so much to offer.

ドイツから来たMorgain です。私の動画を見たら、英語は母国語ではないと分かるでしょうね。だけど、現在日本に住んでいるから、これから英語か日本語で動画を作りたいと思っている。留学生として日本に来たけど、今はアパートを借りて、日本に住んでいる。多様性のある国だから、これから日本で色々なことを発見するのを楽しみにしている。

Mittwoch, 14. September 2016

14. Sep - Fukushima

Ich wollte erst schreiben "Ausflug" oder "Reise" nach Fukushima - was allerdings danach klingt,  als hätte ich einen Urlaub gemacht. Dabei war ich eigentlich auf einem kurzen, zweitägigen Gasshuku (合宿・がっしゅく), eine Art Trainingscamp.

Wir sind am 2. September (Freitag) losgefahren, haben eine Nacht in der Nähe der Stadt Fukushima übernachtet und kamen am 3. September (Samstag) wieder zurück. Die meiste Zeit waren wir im Auto unterwegs und haben uns die aktuelle Sitaution der Ortschaften um und in der evakuierten Zone um das AKW Fukushima herum angeschaut.

Gasshuku werden an japanischen Universitäten im Rahmen von Seminaren oder Zirkel- und Clubaktivitäten durchgeführt und dauern meist ca. 1-2 Wochen.

Da dem Professor mein Forschungsthema bekannt ist, bot er mir an, daran teilzunehmen.  

Unsere Route: 
Unser Weg führte uns von der Präfektur Kanagawa aus, über Tokyo, Richtung Fukushima.

Die Fahrt hat länger gedauert als eingeplant. Ursprünglich sollte es ca. 3 Stunden dauern, aber am Ende müssen es vielleicht 5 Stunden gewesen sein (ich habe irgendwann aufgehört auf die Uhr zu schauen und die Stunden zu zählen). Es gab zwischendurch einen Stau und wir sind (was ja gut ist) relativ langsam gefahren.


 Allgemeine Eindrücke von unserer Fahrt

Wir sind beinahe die ganze Zeit über im Auto unterwegs gewesen. Am ersten Tag sind wir an bestimmten Stellen ausgestiegen und haben uns die Umgebung ein wenig genauer angeschaut. In langen, weißen Schutzanzügen. Die sind aber eher formeller Natur und nicht wirklich nützlich. 

Fährt man durch die Präfekturen Ibaraki und Fukushima, bemerkt man nichts, was sie auf den ersten Blick von anderen Präfekturen unterscheidet.


Wir haben in einem Ryokan übernachtet, in dem wir am nächsten Morgen ein Frühstück bekommen haben.



Zum Abend- und Mittagessen haben wir an Rasthöfen oder in Restaurants Halt gemacht. Am zweiten Tag habe ich kalte Soba bestellt, die man gern in Japan im Sommer isst. Ich fand sie ziemlich gut, wo ich sonst eigentlich kein großer Fan von Nudeln allgemein und kalten Soba im Besonderen bin. 


 Eindrücke aus der evakuiierten Zone

Am ersten Tag sind wir mit dem Auto durch die evakuierte Zone (帰還困難区域・きかんこんなんくいき) um das AKW gefahren. An einigen Stellen sind wir ausgestiegen und haben ein paar Fotos gemacht. Einer der Studenten, der ursprünglich aus Futaba kommt (双葉町・ふたばまち), hat uns dort seine ehem. Schule und das ehem. Wohnhaus seiner Eltern gezeigt. 

Fast jeder der Studenten, die dabei waren, hat von unserem Lehrer außerdem eine Aufgabe bekommen, wie z.B. alles mit der Kamera zu filmen, Fotos oder Notizen zu machen, oder auf der Karte zu markieren, wo wir gerade sind etc. 

Nebensächliches: Auch wenn dies nichts weiter als ein persönlicher Eindruck war, fand ich es unangenehm, die ganze Zeit jemanden in meiner Nähe zu haben, der mich und alle anderen filmt. Das allein war schon eine seltsame Erfahrung, ganz abgesehen von dem, was wir in Fukushima gesehen haben. 


Überall stehen schwarze "Müllkontainer" in denen radiaktiver Müll gelagert wird. "Flexibel Container" (フラコンバック) werden sie genannt. Da es kein vernünftiges Zwischenlager und kein Endlager gibt, werden diese dort bereits seit Jahren gelagert, in der Nähe der Wohnhäuser!

Auf mich machen diese "Container" keinen besonders stabilen oder sicheren Eindruck und "je länger der Müll dort auf diese Weise gelagert wird, desto geringer ist wohl die Chance, dass jemals jemand wieder in dieser Gegend wohnen wird" - war mein Gedanke an diesem Tag.


Diese Anzeiger messen die Radioaktivität. An dem Tag, an dem wir dort waren, schien sie nicht sonderlich hoch zu sein. Durch den Wind, wurde mir gesagt, verändern sich die Werte relativ schnell.



Einige Straßen waren total zugewachsen, wie man auf dem Foto oben sehen kann. Viele Stellen waren außerdem abgesperrt.  An einigen dieser Sperren konnte man mit einer Sondererlaubnis, wie wir sie für diesen Tag bekommen haben, passieren. An anderen nicht.
Unser Professor und einer der Studenten waren nicht zum ersten Mal in dieser Gegend und ihnen ist aufgefallen, dass die Absperrungen mehr geworden und die Kontrollen strenger geworden sind.






Am selben Tag sind wir außerdem zum Meer gefahren, wo es mehrere Grabsteine gibt, auf denen unzählig viele Namen von Opfern des Tsunamis stehen. 


 Besuch des "Fukushima Umweltzentrums" 
(福島県環境創造センター)

Am zweiten Tag haben wir das "Umweltzentrum" in Fukushima besucht, dass erst dieses Jahr errichtet wurde. Nebenbei bemerkt für viel Geld.



Zeitungsartikel über die Dreifachkatastrophe. 


Ein Zeitstrahl mit allen wichtigen Ereignissen nach dem Unfall im Jahr 2011.


Es gab einen Bereich, der sich mit dem Unfall und den Folgeereignissen beschäftigt, einen in dem erneuerbare Energien vorgestellt werden und einen, in dem auf Atomenergie eingegangen wird.

Ich kann nicht genau beschreiben, was für einen Eindruck die Fahrt nach Fukushima bei mir hinterlassen hat. Durch meine vorherigen Forschungsreisen war ich an diesem Wochenende ziemlich müde und habe teilweise während der Fahrt im Auto geschlafen.

Wenn man lediglich im Auto durch die verlassenen Dörfer und Städte fährt, denkt man zunächst nicht viel nach. Auch in den umliegenden Dörfern und auf dem Land wohnen schließlich nur wenig Menschen. Erst nach einiger Zeit kam mir der Gedanke, dass in diesen Häusern niemand mehr wohnt und vielleicht auch nie wieder wohnen wird.

Darüber, wie sinnvoll die Maßnahmen zur Dekontamination (除染・じょせん) sind, kann man sich wirklich streiten. Vieles erscheint doch etwas fahrlässig oder schlecht durchdacht.
Aber das überrascht einen nicht mehr, wenn man sich eine Weile mit dem Thema beschäftigt hat, glaube ich.

Obwohl die jap. Regierung angeordnet hat, die AKWs wieder ans Netz zu nehmen, hoffe ich dennoch darauf, dass sie diesen Kurs nicht durchsetzen wird. Drei AKWs wurden bereits wieder hochgefahren, aber folgt man den Nachrichten, wird es der Regierung nicht unbedingt leicht gemacht.

Mir persönlich fehlt das entsprechende Problembewusstsein in der japanischen Öffentlichkeit für Probleme wie die Atomenergiepolitik; viele andere eingeschlossen. Nach dem Unfall ist dieses zwar gestiegen, aber immer noch gibt es viel zu viele (v.a. auch junge Menschen), die keine Meinung dazu haben. Aus deutscher Sicht eigentlich undenkbar, nicht wahr? 

Hinterlasst einen Kommentar, wenn ihr Fragen oder Anmerkungen hab. 

Bis zum nächsten Eintrag.

Samstag, 13. August 2016

13. Aug - Symposien über Bürgerentscheide in Niigata

Forschungsaufenthalt in Niigata, Maki
Teil I (15. Juli - 22. Juli) 
 
Mit ungefähr 5 Stunden Schlaf und dem Gefühl vielleicht etwa 30 Minuten geschlafen zu haben, ging es dann schließlich auf die nette Reise nach Niigata.

Los ging es vom Hon-Hachinohe Bahnhof, über Hachinohe, wo ich in den Shinkansen (新幹線・しんかんせん) gestiegen bin, bis nach Sendai (仙台・せんだい). Von Sendai aus, was übrigens ein sehr schöner Zwischenstop war, wenn auch die Bushaltestellen* vor dem Bahnhof leichte Verwirrung in meinem Kopf gestiftet haben, ging es weiter mit dem WE-Liner (WEライナー, s. Foto links).

*Es gab etwa 20 oder 30 verschiedene Haltestellen und eine Karte, wo man welche Haltestellen-Nummer findet. Ich bin der Karte gefolgt und einmal komplett um den Bahnhof gelaufen. Wieder zurück am Ausgangspunkt, befand sich die gesuchte Haltestelle direkt neben der Treppe, die ich am Anfang heruntergekommen war. Das war was! Vor allem, wenn man seinen Bus nicht verpassen möchte, bekommt man in so einer Situation schnell Panik *lach*

Zurück zu der schönen Reise ...

Mit dem Shinkansen zu fahren gehört nach wie vor zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen. Es ist wunderbar, wie pünktlich Züge in Japan sind, wie schnell ein Shinkansen fährt, wie bequem man darin sitzt und wie freundlich und umfangreich der Service ist. Daumen hoch für japanische Züge!

Losgefahren bzw. gelaufen bin ich übrigens im Regen.
Erst bei unserem zweiten Zwischenstopp irgendwo im Nirgendwo (s. Foto rechts) schien ganz plötzlich wieder die Sonne und erwärmte die Luft auf gut 28 Grad oder so. Hab ich mich gefreut, als ich ausgestiegen bin!*

(Der Lastwagen im Bild hat keine Bedeutung. Ich wollte lediglich die schöne Landschaft fotographieren, hab mich aber gleichzeitig nicht getraut, zu weit vom Bus weg zu laufen. Nicht dass der Busfahrer noch Schweissausbrüche bekommt, weil er glaubt, ich würde mich verlaufen und er nicht einfach ohne mich weiterfahren kann *lach*)

*Ernsthaft jetzt! Da es ja vorher geregnet hatte. 

Gegen 17 Uhr war ich schließlich in Niigata-shi. Die Haltestelle befindet sich in der Nähe des Bahnhofes, beim Bandai Ausgang (万代口). Bandai ist der Name des zugehörigen Stadtteils.

Ich hab mich gleich auf den Weg zu meinem Hotel gemacht und wurde auf dem Weg dorthin von einer schicken Gegend begrüßt.
Die Gegend um das Hotel war nicht wirklich sehenswert. Genauso wie das Hotel selbst. Aber (!) ich habe eine Waschmaschine auf meinem Zimmer. *lach*
Mein erster Gedanke war "Ich bin im falschen Zimmer ... das ist der Waschraum! Oder?" Bis ich um die Ecke ging und das Bett und den Schrank gesehen habe.

Ich würde das Hotel, in dem ich übernachtet habe, ansonsten nicht empfehlen (新潟シングルイン第3), da das Zimmer nicht sonderlich sauber war, die Rezeption etwas freundlicher hätte sein können und die Gegend in der es steht einfach auch nicht sonderlich hübsch ist. Die Reinigung des Zimmers wurde einmal vergessen.


Abenspaziergang zum Konbini!

Symposium zum 20. Jahrestag des Referendums in Maki

Am 16. Juli fand in der Nähe des Niigata-Bahnhofes, auf einem Campus der Niigata-Universität, ein Symposium zum 20. jährigen Jubiläum des Bürgerentscheides in Maki statt. 


Das Symposium ging von 13 Uhr bis 17 Uhr und im Anschuss daran fand noch eine kleine Versammlung in einem Restaurant statt, zu der ich netterweise eingeladen wurde. Eine gute Gelegenheit, um mit den Menschen vor Ort zu sprechen und Namenskarten (名刺・めいし) auszutauschen. 

Glücklicherweise ging mein Plan auf, mit dem ehemaligen Bürgermeister von Maki und mit einem Professor an der Niigata-Universität einen Termin für ein Interview zu vereinbaren. 
Während des Symposiums konnte ich bereits einige wertvolle Informationen sammeln und habe viele neue Denkanstöße für meine eigene Forschung bekommen. 

Es wird gute Arbeit sein, all die aufgenommen Vorträge und Interviews abzutippen und auszuwerten, sowie all die Aufsätze und Bücher zu lesen, die ich kopiert habe bzw. die mir empfohlen wurden.

Der Hakusan und das Meer: 
白山神社(はくさんじんじゃ)

Am Folgetag habe ich mir einen Tag Auszeit gegönnt und bin durch Niigata gelaufen. 
Niigata ist im übrigen der Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur und eine der größten Hafenstädte in Japan. Durch die Stadt fließt der sogenannte Shinano-gawa (信濃川・しなのがわ). Laut Wiki hat die Stadt allein ca. 800.000 Einwohner, was beinahe die Hälfte der Einwohner, oder zumindest ein Drittel, der gesamten Präfektur darstellt.
Am 10. Oktober 2005 wurde Maki, eine kreisfreie Stadt, nach Niigata eingemeindet. Maki ist eines meiner für die Forschung ausgewählten Fallbeispiele. In Maki fand am 4. Augugst 1996 ein Bürgerreferendum gegen den Bau eines geplanten Atomkraftwerkes statt. 

Ein Freund, der aus Niigata kommt, hat mir empfohlen, mir den Hakusan-Tempel anzuschauen. Da es von diesem Tempel aus nicht mehr allzuweit entfernt schien, bin ich außerdem bis zum Meer gelaufen. 
Abgesehen davon gibt es an dem Strand, an dem ich war, unter anderem einen Park, einen Tempel und ein Aquarium; sodass man gut und gerne behaupten kann, dass Niigata für ein oder zwei Tagesausflüge prima geeignet ist.

Googelt man nach 白山神社 bekommt man von Wiki eine Liste mit allen, gleichnamigen Schreinen im Land angezeigt. (Ich wusste bisher gar nicht, dass es den gleichen Schrein, wie eine Laden-Kette, in ganz Japan geben kann!)
Der den ich besucht habe liegt im Zentrum von Niigata: 白山神社、新潟市中央区 . Allein in der Präfektur Niigata scheint es mehrere solcher Schreine zu geben.



Ganz allgemein ist Niigata, wie ich finde, eine schöne Stadt. Nicht so groß und überlaufen wie Tokyo, vermittelt sie dennoch das bekannte Großstadt-Gefühl, dass einem die Orientierung an der nächsten Kreuzung nimmt und dazu einlädt, in eine der fünfhundert Shopping-Malls abzusteigen.
Einkaufen war ich dann aber nicht mehr, obwohl ich wirklich in Versuchung war, bei der Menge an Geschäften in der Innenstadt. Über einen günstigen Supermarkt hätte ich mich zwar gefreut, aber der einzige, der auf dem Weg lag, hatte natürlich geschlossen und zwar genau in der Zeit, in der ich in Niigata bin (15 - 21. Juli). Als hätten sie es gewusst!



Maki-machi (巻町・まきまち), Interviews und die obligatorische Bibliothek


Meine zwei nächsten Interviews waren am 19. und 21. Juli. In beiden Fällen musste ich ein Stück weit mit dem Zug fahren. Das erste Interview fand in der Nähe von Maki statt und der Herr, mit dem ich gesprochen habe, hat mich auf dem Rückweg zum Bahnhof zur Haltestelle in Maki gefahren. Somit hatte ich die Gelegenheit, mir den Stadtteil, der früher mal eine eigene kleine Stadt war, aus nächster Nähe anzuschauen. Allerdings unterschied er sich auf den ersten Blick kaum von den anderen Stadtteilen, die ich aus Niigata bis dahin kannte.

Das zweite Interview fand an der Niigata Universität (新潟大学) statt. 

Toyanogata 鳥屋野潟・とやのがた
An dem Tag zwischen den beiden Interviews habe ich einen Ausflug zur Präfekturbibliothek  (県立図書館・けんりつとしょかん) gemacht. Da man nur selten Bücher vor Ort ausleihen kann und mir zu wenig Zeit blieb, um mir die Literatur in aller Ruhe anzuschauen, zu lesen und notfalls zu kopieren, blieb es wirklich bei einem kurzen Ausflug. Immerhin konnte ich in Erfahrung bringen, wo genau die Bibliothek liegt, welche Bücher ich dort vorfinde und wie ich die Bibliothek nutzen kann (und solcherlei Dinge).


Die Bibliothek zu finden, war gar nicht so einfach, da sie auf einem größeren Gelände liegt. Auf meinem Weg zur Bibliothek bin ich an einem See (s. Foto) vorbeigekommen.

Unterwegs habe ich außerdem einen Halt in einem Ramen-Restaurant gemacht, das Itto-ya; いっとうや. Es liegt ein wenig Abseits; vom Bahnhof aus bin ich in etwa noch 20 Minuten gelaufen.

Man sieht eigentlich schon an dem Foto, dass es gut geschmeckt hat. Preis, Qualität und Menge haben gestimmt. Die Bedienung war super freundlich und im Restaurant selbst gibt es nicht nur einen Counter sondern auch genug Tische an denen man gemütlich sitzen kann. Ich habe gehört, dass generell viele Personen anstehen. Ich selbst musste allerdings nur ca. 10-15 Minuten warten. 
Nach meinem ersten Ausflug nach Niigata ging es für mich zunächst auf das Fuji-Rock. Danach schließlich für ca. 1 Woche zurück nach Tokyo.

Niigata hat mich wieder!
Teil II (5. Aug - 9. Aug) 


Seht euch an, wo ich bin: Irgendwo im Nirgendwo! 

Aber fangen wir am Anfang an: Wie ich schon geschrieben habe, wurde am 4. Aug 1996 in Maki-machi ein Bürgerentscheid abgehalten, bei dem es um den Bau eines Atomkraftwerkes ging. Dieser wurde durch ein Referendum verhindert, welches nun genau 20 Jahre zurückliegt. 

Da aus diesem Grund eine Reihe von Veranstaltungen (Symposien, Ausstellungen usw.) in Maki stattfinden, bin ich erneut nach Niigata gekommen. 
Aber Maki ist nur ein Stadtteil von Niigata, der relativ weit außerhalb liegt und weil Sommer ist und alle (bezahlbaren) Hotels am Bahnhof belegt sind, habe ich eines in der Nähe von Maki gesucht. Das, was ihr auf dem Foto oben seht, ist das Ergebnis dessen. 

Ich habe in Yoshida (吉田駅・よしだえき) übernachtet, zwei Stationen entfernt von Maki. 

Am 5. Augugst bin ich in Yoshida angekommen und habe eingecheckt. Das Hotel in dem ich wohne ist das wirklich günstigste, das ich finden konnte. Was mich besonders daran angesprochen hat, war die Nähe zum Bahnhof (direkt daneben!) und das kostenlose Frühstück! Der einzige Nachteil: Es gibt keine Klimaanlage, sondern nur einen Ventilator. Eine im August in Japan durchaus dumme Entscheidung, aber ich hab es riskiert und irgendwie überlegt. Wenn man viel unterwegs ist und ab und an das Fenster aufmacht, ist es erträglich. Nicht schön, aber erträglich. 

In einem anderen Hotel hatte ich zwar eine Klimaanlage, aber die war so laut, dass ich sie immer wieder sofort ausgemacht habe. Es muss also nicht sinnvoll sein, eine im Zimmer zu haben.
Auf dem Bild seht ihr meine Herdplatte auf dem Schreibtisch: In den meisten Hotels gibt es einen Mini-Wasserkocher, aber eine Herdplatte auf einem Schreibtisch hatte ich noch nicht! Das Wasser macht man in dem kleinen, silbernen Topf warm.

In zwei der Hotels, in denen ich war, hatte ich Probleme, die Lichtschalter auf Anhieb zu finden. Einmal gab es keinen Schalter, sonder eine Fernbedienung, mit der man das große Deckenlicht anschalten konnte. Was ich dann erst am zweiten Tag oder so herausgefunden habe. Und einmal, waren die Lichtschalter hinter dem Kopfkissen, an der Bettkante versteckt (das gibt es öfter). Falls ihr in Japan mal in einem Hotel übernachtet, wünsche ich viel Spaß beim Suchen ;)

Frühstück

Japanisches Frühstück im Hotel, mit Miso-Suppe, Reis, dem typischen Salat, Kartoffelsalat, Ei, Hamburgerfleischzeugs und Wassermelone.
Am 6. August bin ich zu einer Ausstellung gegangen; im "Iwamuro-ya" (いわむろや), einer Einrichtung für Touristen (新潟市岩室観光施設) in dieser Gegend, in der verschiedene Events stattfinden. 

Auf den Bahnhöfen in Japan gibt es übrigens (auch in Iwamuro!) Wartezimmer neben den Gleisen. Darin gibt es außerdem meistens eine Klimaanlage. 
Da ich heute viel Wartezeit auf Bahnhöfen und Haltestellen verbracht habe, kam mir dieses Wartezimmer wie gelegen! 

Auf dem Foto sieht man schon: Auch Züge fahren hier selten! 

Und weil ich hier auf dem Land bin, wo gerade einmal 2 Busse pro Tag fahren, gab es im Internet kaum Informationen zu dem Ort selbst und der Anfahrt zum Iwamuro-ya.
Ich bin also bis Iwamuro (岩室駅) gefahren und dachte mir, von dort könnte man einen Bus nehmen (so stand es zumindest im Internet). Vor Ort musste ich feststellen, dass es nicht mal einen Bahnangestellten in Iwamuro gibt, den ich hätte fragen können, wo die Haltestelle ist.

In der Nähe des Bahnhofes gab es zwar eine Bushaltestelle, die ging aber nur Richtung Niigata. Ich habe extra noch einmal in einem Souvenir-Shop um die Ecke gefragt, wo mir das bestätigt wurde. Da möchte man schreihen: Warum Japan? Warum?
Aber vielleicht habe ich auch etwas übersehen. Später kam ich auf meinem Weg zum Iwamuro-ya nämlich an Haltestellen vorbei, an denen der Bus, wie man es auch erwartet, in beide Richtungen fährt. Da sich diese aber zwischen irgendwelchen Reisfelder befanden und es nicht mal ein Dachähnliches Etwas zum Unterstellen gab, bin ich einfach gelaufen! Denn dort möchte man keine 2 Stunden auf den Bus warten! In der Sonne! Bei 36 Grad!
Als Andenken habe ich mir an dem Tag einen Sonnenbrand mitgebracht! Es war ein schöner Spaziergang. Irgendwie. 

Unterwegs gab es, neben Reisfelder, auch schöne (und weniger schöne) Dinge zu bestaunen!

 

Die Ausstellung war leider nicht so informativ, wie erhofft. Es gab nur einen Ausstellungsraum und leider nichts an Material zum Kaufen oder Mitnehmen. Fotos durfte ich leider auch keine machen. Immerhin stand dort ein netter Mann, der diese Ausstellung scheinbar mitorganisiert hatte, und der mich angesprochen und mir eine Übersicht in die Hand gedrückt hat, auf der die wichtigsten Ereignisse aufgelistet sind, von vor 20 Jahren. Am nächsten Tag habe ich ihn auf dem Symposium in Maki wieder getroffen. (Leider war ich zu müde (und faul?) um ihn nach seinem Namen usw. zu fragen.)

Nach der Ausstellung bin ich mit dem Bus zurückgefahren. In der Einrichtung selbst gab es nämlich glücklicherweise eine Information, die mir gesagt hat, wann und wo einer fährt. 

Am 7. August habe ich erneut an einem Symposium teilgenommen. Auf dem Foto unten seht ihr die Vortragenden an diesem Tag.  

Das Symposium fand in dem Stadtteil Fukui (福井・ふくい) statt. Da keine Züge bis dorthin fahren, habe ich einen Professor, von der Niigata Universität, mit dem ich bei meinem letzten Besuch gesprochen hatte, um Rat gebeten und er hat mich glücklicherweise mitgenommen. Auf dem Rückweg wurde ich sogar fast bis zu meinem Hotel gefahren.

Da ich nicht wusste, ob ich dazu komme, ein weiteres Interview durchzuführen, habe ich die Rückfahrt erst für den 9. August gebucht und habe am 8. Aug. einen ruhigen Tag in Yoshida verbracht. 


Vielen Dank fürs Lesen. Wenn ihr Fragen habt, dann meldet euch bei mir.
Bis zum nächsten Eintrag!

Samstag, 6. August 2016

6. Aug - FUJIROCK 2016 - Ich war dabei - oder: Endlich die Red Hot Chili Peppers live gesehen!

FUJIROCK 2016 Red Hot Chili Peppers

"Drei Tage nacheinander auf das Fuji-Rock zu gehen war mir zu anstrengend, weswegen ich lediglich am Freitag und Sonntag gegangen bin!"
... zu sagen wäre eine halbe Lüge. Ich wäre auch drei Tage nacheinander gegangen, wenn ich von Anfang an gewusst hätte, dass ich das Ticket vom Freitag nicht zurückgeben kann. Und ich wäre auch nur einen Tag gegangen, wenn ich gewusst hätte, dass die Red Hot Chili Peppers am Sonntag spielen! Schwamm drüber! Es hat Spaß gemacht!

Aller guten Dinge sind drei! Sagt man doch, oder? 

Das FUJI-ROCK ist eines der bekanntesten Festivals (in Japan)! Und ich war dabei!

Eigentlich wollte ich mir nur die Red Hot Chili Peppers live anschauen. Seit über 15 Jahren bin ich Fan und hatte bis dahin zwei Gelegenheiten verpasst bzw. schleifen lassen, zu einem Konzert zu gehen! Aber aller guten Dinge sind doch angeblich drei! Es stimmt scheinbar!

Stattdessen bin ich nun in Japan und gehe auf eines der größen Festivals, auf dem ich außer den RHCP keine einzige Band kannte. Aber man lernt ja dazu!
Und außerdem stand sowieso weiter unten auf meiner "To Do" Liste für dieses Leben "Auf ein Festival gehen!" und da ist es doch eigentlich egal, ob ich das in Japan oder Deutschland mache, oder?

Die offizielle Seite für das Fuji-Rock: 
http://www.fujirockfestival.com/

Wie funktioniert das nun in Japan so?
(Ich vermute mal, genauso wie in Deutschland.)

Schritt 1: Kauft euch ein Ticket 

Bestellen kann man im Inernet, bezahlen im Konbini. Es kann eine Weile dauern, bis das Ticket zugeschickt wird. Auf dem vorläufigen Aufdruck, den ihr im Konbini bekommt, wenn das Ticket später zugeschickt wird, steht eine Notfall-Nummer, die ihr anrufen könnt, wenn es 10 Tage vor dem Termin nicht da ist.


Bitte kauft die Tickets niemals, bevor das Lineup online einsehbar ist. Vor allem, wenn ihr wegen einer bestimmten Band geht (so wie ich). Jeder außer mir weiß das vermutlich auch.

Aber lasst euch nicht davon abbringen ein teures Ticket zu kaufen, nur weil ihr die Bands nicht kennt. Erstens kann man sich immer voher informieren:
https://www.youtube.com/watch?v=8DyziWtkfBw&list=PL2lQRpBBUC6FF2m1BEl5ch1N_nID5JKSF

Auf Youtube stellen nette Leute extra Listen mit allen Bands und Musikern zusammen, die an den jeweiligen Tagen auftreten.

Zweitens ist es auch spannend, einfach zu gehen und vor Ort die einzelnen Bühnen zu besuchen. Musiker live zu sehen ist aus meiner Sicht etwas völlig anderes, als sich die Musik zu Hause anzuhören.


Und drittest, macht es Spaß, mit Freunden auf ein Festival zu gehen, Bier zu trinken und gute Musik zu hören!

Das Armband ist das richtige Ticket. Ihr bekommt entweder im Konbini eine vorläufige Quittung für die Bezahlung und später ein Armband mit der Post zugeschickt, oder direkt im Konbini ein "Ticket", dass ihr vor Ort gegen das Armband tauscht. 

Schritt 2: Vergesst nicht, euch rechtzeitig um eine Unterkunft zu kümmern 

Kurz vor dem Festival sind die meisten Unterkünfte bereits ausgebucht. Das Gelände ist nicht wirklich dafür geeignet, die Nacht dort zu verbringen und auch am Echigoyuzawa-Bahnhof ist Nachts nichts mehr los. Die Bands spielen bis max. 5 Uhr Morgens und des Festival beginnt gegen 9 Uhr. Das Gelände liegt außerdem auf einem Berg, sodass es Nachts wirklich kalt wird.
Meine persönliche pro-Argumente für ein Hotel oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit! 

In der Zeit vom 22. Juli bis 25. Juli habe ich mir ein Hotel gebucht, das Zimmer für die Besucher des Fuji-Rock bereitstellt.

Es ist günstiger als die meisten anderen die ihr beim Echigoyuzawa Bahnhof 越後湯沢駅・えちごゆざわ findet, liegt zwar etwas ungünstig, aber (!) ihr werdet von den Besitzers kostenlos jeden Tag bis Echigoyuzawa gefahren und auch wieder abgeholt (bis 3 Uhr Morgens).
Das ist um Längen besser, als die Züge, die vielleicht lediglich bis 22 Uhr fahren (abgesehen von dem Shinkansen).


Mein Hotel nennt sich Eco-lodge エコーロヂ und ist nicht unbedingt wunderschön. Aber dafür liegt es in einer unvergleichlich schönen Gegend (s. Fotos), man bekommt für 600 Yen ein japanisches Frühstück, wird kostenlos zum Bahnhof gefahren und die Besitzer sind super freundlich.

Das Zimmer teilt man mit anderen Besuchern, jedoch sind die Zimmer scheinbar nicht überfüllt oder ausgebucht. Letzte Nacht waren wir zu viert und da meine 'Mitbewohner(innen)' Japanerinnen waren, war es unglaublich still und ruhig. Das Bad und die Toiletten werden geteilt. Ein Handtuch kann bzw. muss man für 300 Yen dazu kaufen. Aber das tut nicht mehr weh, wenn man einen Tag auf dem Fuji-Rock verbracht und die Preise gesehen hat, die man dort für Essen und Getränke ausgibt.

Nehmt euch also vielleicht etwas zu Essen oder zu Trinken mit. Am ersten Tag hatte ich ziemlichen Hunger auf dem Rückweg, weil ich mich ein bisschen zurückgehalten habe mit Essen.

Schritt 3: Vorbereitungen (!) 

Im Internet findet ihr Listen, mit Dingen, die ihr braucht. Aber am besten fragt ihr außerdem Freunde, die schon einmal auf einem Festival waren. Es ist schade, wenn man früher gehen muss, weil man sich nicht richtig informiert hat. Vor Ort kann man sich fast alles kaufen, was man braucht. Es kostet aber bestimmt drei Mal so viel, wie gewöhnlich.

Meine Tips für das Fuji-Rock

1. Jacke(n) zum drüber ziehen
Tagsüber kann es unglaublich warm werden und Nachts richtig kalt. Die guten Bands spielen aber am Abend, also zieht euch gut an.

2. Essen und Trinken
Es empfielt sich, ein bisschen was mitzubringen.
Einen ganzen Tag auf einem Festival zu verbringen und herumzulaufen, ist anstrengend und man bekommt schnell Hunger. Die Preise für das Essen lieben bei ca. 600 - 1500 Yen, aber die Mengen sind natürlich eher typisch Japanisch, klein!
Softdrinks sind vergleichsweise günstig (200 Yen).

3. Stuhl / Klappstuhl oder Decke(n)
Bringt euch etwas zum Sitzen mit. Es gibt ein paar Sitzmöglichkeiten vor Ort, die aber alt aussehen, verglichen mit der Menge an Besuchern.
Fast jeder der Besucher hatte einen Klappstuhl oder eine Decke dabei.

Ich hatte das Glück, dass die Freunde, mit denen ich unterwegs war, Stühle dabei hatten. Der Freitag ist im Vergleich zum Samstag und Sonntag noch entspannt und es gibt mehr Optionen zum Sitzen.


4. Sonnenbrille, Hut, Sonnencreme
Schützt euch gegen die Sonne, wenn ihr in dieser Hinsicht empfindlich seid und ohne Sonnenbrand zurückkommen wollt.
Ich habe den Sonnenbrand gewählt! *lach* 

5. Regencape (!)
Regenschirme sind nicht erlaubt. Stellt euch vor, jeder Besucher würde einen Regenschirm aufspannen. Meine Recherche im Internet ergab, dass es kaum ein Fuji-Rock ohne Regen gab in der Vergangenheit.
Im 100-Yen Shop gibt es Regencapes für sage und schreibe (!) 108 Yen (mit Steuern)!

6. Freunde und Geld

7. Schaut euch das Lineup an:
http://www.fujirockfestival.com/artist/

Klickt ihr weiter unten auf タイムテーブル (Timetable) findet ihr eine bessere Übersicht, die ihr auch vor Ort, zusammen mit einer Karte des Geländes, ausgeteilt bekommt.

Die bekanntesten Musiker spielen auf der Green Stage, White Stage und dem Red Marquee.
Meiner ganz persönlichen Meinung nach ist die Green Stage die beste! Dort spielen tatsächlich die Bands, deren Musik am ehesten 'Rock-Musik' genannt werden darf.

Schritt 4: Sich freuen! 

Beachtet: Vertauscht auf keinen Fall Schritt 4 mit einem der anderen und ändert wahllos die Reihenfolgte! Niemals!

Shuttle-Bus
Von Echigoyuzawa (Ost-Ausgang 東口) aus fährt ein Shuttle Bus, dessen Fahrtzeiten ihr unbedingt checken solltet. Am Freitag fuhr er bis 1 Uhr (25 Uhr* japanischer Zeit) noch zurück.
Ihr seht den Bus und die lange, lange Schlange schon vom Weitem, wenn ihr am Bahnhof ankommt. Wenn nicht, folgt der Menschenmenge! 

*Ich habe mich mit einer Freundin darüber unterhalten, warum Japaner auf 25 Uhr bestehen. 25 Uhr ist 1 Uhr Nachts, aber es wäre, laut meiner Freundin, verwirrend 1 Uhr zu sagen. Weil 1 Uhr ja auch 1 Uhr Mittags bedeuten kann. Aber was ist dann mit 2 Uhr Nachts? Oder 3 Uhr Nachts? Ist das nicht auch verwirrend? Gibt es in irgendeinem Land, außer Japan, "25 Uhr"? (Warum Japan? Warum? *lach*)

Der Shuttle-Bus von Echigo-yuzawa fährt ca. 40 Minuten bis zum Gelände und kostet für die Hinfahrt 500 Yen. Die Rückfahrt ist dafür kostenlos.

Ihr seid nun auf dem Fuji-Rock!

Viel Spaß!